Louisa Dellert: Empowerment statt Selbstkritik - wie wir lernen unseren Körper zu akzeptieren
Shownotes
Wie schaffen wir es, uns selbst zu akzeptieren – trotz gesellschaftlicher Schönheitsnormen und wachsendem Social-Media-Druck? In der aktuellen (und letzten) Folge von „Ganz schön unperfekt“ ist unsere Hostin Louisa Dellert selbst zu Gast. Im Gespräch mit Dr. Yael Adler – Moderatorin von „Ist das noch gesund?“, dem Gesundheitspodcast der Techniker – spricht sie offen über Selbstakzeptanz, Selbstwert, Selbstliebe und Body Positivity.
Louisa teilt ihre ganz persönliche Reise: Von der Suche nach Anerkennung und dem ständigen Vergleich auf Social Media über Fitnesswahn, Body Shaming und Sportsucht bis hin zu Burnout und Depression. Sie spricht darüber, wie wir mit Selbstkritik und dem inneren Kritiker umgehen und warum Self Empowerment sowie Selbstfürsorge für ein gesundes Selbstbild so wichtig sind.
Gemeinsam diskutieren wir:
- Wie uns Social Media und gesellschaftliche Schönheitsideale beeinflussen - und wie wir uns schützen können
- Body Positivity vs. Body Neutrality: Warum unser Körper immer auch politisch ist und neue Begriffe wichtig sind
- Der innere Kritiker: Wie wir Grenzen setzen, „Nein“ sagen und Selbstfürsorge leben
- Wege raus aus Burnout, Sportsucht und Selbstzweifel
- Tipps für mehr Selbstannahme, Empowerment & ein starkes Selbstwertgefühl
Außerdem fragen wir unsere Expertin @psychologinanna: Wie kann man sein Selbstwertgefühl stärken?
Für alle, die lernen wollen, Selbstkritik loszulassen und ihren eigenen Körper zu akzeptieren. Lass dich inspirieren - hin zu mehr Self Empowerment!
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Transkript anzeigen
00:00:00: In einer Gesellschaft, in der wir besonders als Frauen jeden Tag gesagt bekommen, wie wir auszusehen haben, wie dünn wir sein sollen, was wir anziehen sollen, da schaffen wir es nicht, uns dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr selbst zu lieben.
00:00:11: Und das setzt eher unter Druck, als dass es ehrlich ist.
00:00:15: Ich hatte da schon mit zu kämpfen, dass bei mir oft so dieses Narrativ war von, die will nur Aufmerksamkeit
00:00:21: und die ist
00:00:22: gar nicht so krank.
00:00:23: Willkommen
00:00:23: zurück bei Ganz Schön Unperfekt.
00:00:26: Ich bin Jaelle und dieser Podcast ist für alle die neue Perspektiven auf sich und andere suchen
00:00:32: und wissen.
00:00:33: Niemand muss perfekt sein,
00:00:34: um wertvoll zu
00:00:35: sein.
00:00:36: Schön, dass ihr da seid.
00:00:37: Heute ist alles anders, wie ihr sehen könnt.
00:00:40: Heute ist nämlich Lou Dellert nicht die Moderatorin, sondern mein Gast.
00:00:44: Und ich bin Dr.
00:00:45: Jail Adler, ich bin sonst die Moderatorin des Podcast der Techniker.
00:00:49: Ist das noch gesund?
00:00:50: Und vor ein paar Jahren haben wir uns schon mal über dieses wichtige Thema unterhalten.
00:00:54: Und mittlerweile hast du sehr viele Menschen erreicht.
00:00:57: Es geht dir um die Themen Selbstakzeptanz, es geht um Achtsamkeit, es geht um Bodyshaming, um Selbstzweifel und sehr viel um Social Media.
00:01:05: Und ich finde das toll, dass du dieses gesellschaftliche Thema, das auch ein medizinisches, ein menschliches Thema dir so zu eigen gemacht hast und uns dafür ganz viel an einen Blicken gegeben hast und vielen Menschen hilfst.
00:01:17: Herzlich willkommen, liebe Lou.
00:01:18: Dankeschön.
00:01:19: Ich freue mich sehr, jetzt mal auf der anderen Seite zu sitzen.
00:01:22: Erzähl mal von dem Moment, als du dich morgens im Spiegel gesehen hast, dich vielleicht nicht mochtest, ein Foto von dir gemacht hast und es auf Social Media gestellt hast.
00:01:31: Das ist ja eigentlich so ein bisschen so ein Widerspruch.
00:01:32: Warum machst du das und wie ist das für dich?
00:01:34: Ja, tatsächlich hört sich das erst mal widersprüchlich an, aber für mich ist es ehrlicherweise ganz normal, weil ich gerne möchte, dass auch auf Social Media ich so echt und ehrlich wie möglich rüberkomme.
00:01:47: Und ich hab damit kein Problem zu sagen, wenn ich etwas an mir nicht mag.
00:01:51: Und ich glaube, dass es am Ende auch vielen da draußen hilft, wenn mal eine Person im Internet vielleicht zu sehen ist, die sagt, hey, ich mach ein Foto von mir, ich mach mich damit verletzt, ich stell das online und sag euch, ich fühl mich nicht wohl damit.
00:02:03: Aber trotzdem zeige ich euch, dass ihr das auch machen dürft und dass es auch irgendwo okay ist.
00:02:09: Selbstliebe ist ja da so ein ganz wichtiges Stichwort.
00:02:12: Ist das immer ehrlich oder gab es auch mal einen Moment, wo du das vielleicht gespielt hast, weil Menschen das von dir erwartet haben?
00:02:19: Nee, gespielt habe ich das nie.
00:02:20: Ich habe eher mit der Zeit gelernt, dass ich das Wort Selbstliebe nicht mehr gern benutze, weil ich das sehr kommerzialisiert finde.
00:02:30: Und ich inzwischen das Gefühl habe, dass wir ... immer das Denken, dass wir drei Selbstlieber- Ratgeber lesen.
00:02:37: Danach geht's uns gut und wir finden uns ganz toll bis an den Rest unseres Lebens.
00:02:42: Und es ist nicht so.
00:02:43: Und deswegen ist für mich eher das Wort selbst ... Akzeptanz oder auch mit dem Selbstwert zu arbeiten, so das schönere wording.
00:02:54: Und ich glaube nicht daran, dass wir uns in einer Gesellschaft, in der wir besonders als Frauen jeden Tag gesagt bekommen, wie wir auszusehen haben, was wir kaufen sollen, wie dünn wir sein sollen, was wir anziehen sollen, welches Make-up, dass wir es, da schaffen wir es nicht, uns dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr selbst zu lieben.
00:03:10: Und das setzt eher unter Druck, als dass es ... Ehrlich ist.
00:03:14: Du zeigst deinen Körper, aber du zeigst dich auch seelisch verletzbar oder verletzlich.
00:03:20: Was ist ein schwerer?
00:03:22: Ich glaube, es war für mich schwerer öffentlich zu sagen, dass es mir mental nicht gut geht.
00:03:28: Also ich hab nach dem Burnout der Depression gehabt.
00:03:31: Und das öffentlich zu teilen war ... dann am Ende doch etwas, bei dem ich nicht gedacht hätte, dass ich da so viel Gegenwind bekomme.
00:03:40: Weil es dann schon ganz oft hieß, ja, stelle ich nicht so an.
00:03:43: Ach so, jetzt für Likes will sie jetzt gerade uns sagen, dass es ihr mental schlecht geht, aber geht halt noch ins Kino.
00:03:50: Und auf der anderen Seite sitzt sie zu Hause und holt rum, das passt ja alles nicht zusammen.
00:03:54: Und männliche Kollegen von mir haben aber fast zeitgleich, ehrlicherweise dasselbe gesagt, und in die Kamera ... Erzählt, dass sie eine Depression haben.
00:04:04: Bei denen wurde das gefeiert.
00:04:05: Da war es, dass man gesagt hat, das ist mutig und gut, dass du das gemacht hast.
00:04:10: Ich hatte mit zu kämpfen, dass bei mir oft dieses Narrativ war von, die will nur Aufmerksamkeit.
00:04:16: Und die ist gar nicht so krank.
00:04:18: Das hat mich schon verletzt.
00:04:20: Du sprichst von Depressionen und Burnout.
00:04:22: Du hast viele Follower und Menschen, die dich kennen.
00:04:26: Aber vielleicht magst du deinen Werdegang erzählen.
00:04:29: Was ist mit dir geschehen?
00:04:30: Du hattest mal eine schwere Operation.
00:04:32: Du warst sehr aktiv im Fitnessbereich.
00:04:34: Magst du das noch mal ganz kurz zusammenfassen?
00:04:36: Ich
00:04:37: probiere es wirklich kurz zu machen, weil es ist eine lange Reise gewesen.
00:04:39: Ich habe mich vor über zehn Jahren auf Instagram angemeldet.
00:04:42: Ich habe mich damals zu ... Ich wollte Aufmerksamkeit haben und hatte das Gefühl jetzt auf dieser Plattform zwischen den ganzen Fitnessmodels kann ich mir die Inspiration holen, um auch so auszusehen.
00:04:54: Wie alt
00:04:54: warst du da?
00:04:55: Anfang zwanzig.
00:04:56: Und hab dann ganz viel Sport gemacht, irgendwann dreimal am Tag, hab dafür Freundschaften geskippt, hab nicht mehr am sozialen Leben teilgenommen, hab nur noch Diäten gemacht, hab mich gut gefühlt, wenn ich gehungert habe, wenn mein Bauch leer war und je mehr Muskeln ich bekommen habe, Aufmerksamkeit habe ich auch im Internet bekommen, weil ich habe das ganze dokumentiert auf Instagram.
00:05:18: Das war irgendwann so ein Rausch.
00:05:20: Ich bin nicht mehr rausgekommen, sondern es war eher so, ich muss noch ein bisschen abnehmen, ich muss noch ein bisschen mehr Muskeln kriegen, dann kriege ich noch mehr Likes auf meine Bilder und noch mehr Anerkennung.
00:05:29: Und irgendwann war ich so dünn und so geschlaucht, dass ich beim Training ein paar Mal umgekippt bin.
00:05:35: Da hat sich herausgestellt, dass ich ein Loch in der Herzklappe habe, was dann tatsächlich relativ zügig operiert werden musste.
00:05:42: Und nach dieser OP konnte ich halt nicht mehr Sport machen, weil ich erst mal an das Krankenhaus gebunden war, an mein Bett, mein Brustkorb wurde aufgeschnitten.
00:05:51: Es war eine OP, die halt für mein Körper anstrengend war.
00:05:55: Und danach hatte ich keinen Sexpack mehr und auch mehr Zellulite.
00:05:58: Und hab wieder zugenommen, was ich erst mal für mich verarbeiten musste.
00:06:02: Das war so der erste Moment in meinem Leben, wo ich gemerkt hab, ich brauche auch therapeutische Hilfe dabei, weil es mir mental damit nicht gut ging.
00:06:09: Und ... Das, was ich mit dem Burnout erzählt hab und mit der Depression, das war jetzt vor drei Jahren.
00:06:16: Ich hab einfach zu viel gearbeitet, ich wollte's jedem recht machen.
00:06:19: Ich hab irgendwie für alle immer alles gemacht, aber nie zu mir ja gesagt, sondern für mich war das Nein da mir gegenüber.
00:06:27: Man konnte ich nicht mehr und stand im Supermarkt.
00:06:29: Da gab's diese Situation, dass ich total überfordert war, einzukaufen.
00:06:34: Ja, so was wie eine Panikattacke bekommen hab und angefangen hab zu weinen und das war so der Moment, an dem ich gemerkt hab, okay, da läuft irgendwas schief.
00:06:42: Dann bin ich in Depressionen geschlittert.
00:06:44: Darüber hab ich dann auch auf Social Media offen geredet, was überwiegend aber auch positives Feedback bekommen hat, weil es einfach vielen Menschen so geht und es wichtig ist, darüber zu sprechen.
00:06:55: Was ist denn für dich wichtiger?
00:06:56: der Teil, dass du sozusagen eine Art Selbsttherapie dann machst?
00:06:58: oder ist es, weil du auch Menschen helfen willst?
00:07:00: oder ist es beides?
00:07:02: Boah, das kann ich dir gar nicht sagen.
00:07:03: Selbsttherapie.
00:07:06: Ich war einfach schon immer so, dass ich alles aus meinem Leben ... Ich hab keine Geheimnisse.
00:07:09: So, tatsächlich.
00:07:10: Ich würd sagen, heute brauchst dich ein bisschen weniger aus meinem Alltag, weil ich einfach auch ... meine Prioritäten anders setze, aber mir ist nichts unangenehm.
00:07:19: Und auch bei meiner Depression war es mir einfach nicht unangenehm, darüber zu sprechen.
00:07:24: Aber natürlich war es auch gleichzeitig im Nachhinein schön zu verstehen, dass ich damit anscheinend auch Menschen geholfen habe, weil ich unglaublich viele Nachrichten bekommen habe und auch jetzt noch bekomme von Menschen, denen es auch mental nicht gut geht und die jetzt sagen, hey, Es war für mich voll wichtig, zu verstehen, dass ich darüber reden darf und dass ich mich dafür nicht schämen muss und dass Menschen in meinem Umfeld mir da auf jeden Fall auch glauben werden, auch wenn sie es vielleicht nicht sehen, dass es mir seelisch halt schlecht geht.
00:07:51: Nachdem du deine Herzoperation überstanden und überlebt hast und wieder gesund geworden bist, hat sich da was verschoben, also thematisch, was sind Prioritäten im Leben?
00:08:04: Also es hat sich auf jeden Fall verschoben, dass Priorität eins nicht mehr der Sport war.
00:08:08: Ich hab früher Sport gemacht, um gut auszusehen und um darüber hinaus dementsprechend auch Aufmerksamkeit zu bekommen.
00:08:15: Und heute mach ich Sport, weil ich gerne so lange wie möglich am Leben teilhaben möchte und auch möchte, dass ich, wenn ich älter bin, einfach noch wandern gehen kann.
00:08:26: Einkaufen gehen kann, mich mit Freunden treffen kann.
00:08:29: Ich finde es unglaublich wichtig, dass ich nicht nur Bauchübungen mache, damit ich ein Sixpack habe, sondern auch Rückenübungen dazu mache, damit ich lange was von meinem Körper habe.
00:08:39: Das hat sich voll verschoben bei mir.
00:08:41: Nach so einer Krankheit, die man überstanden hat, wird man vielleicht auch etwas demütiger und dankbarer und weiß, dass man auf dieser Welt sein kann, dass der Körper noch da ist und einen durchs Leben trägt.
00:08:51: Ist das so
00:08:52: richtig?
00:08:53: voll auch nicht jeden Tag und nicht immer vierundzwanzig Stunden, ne?
00:08:56: Also es gibt auch Momente, wo ich da nicht dran denke und dann auch mit meinem Körper vielleicht nicht so freundlich umgehe oder den auch nicht so nett anschaue, aber ja, überwiegend würde ich sagen, ich bin gelassener geworden und ein bisschen immuner gegenüber der Diät- und Schönheitsindustrie.
00:09:14: Mhm.
00:09:15: Viele ... andere Frauen, besonders aber natürlich auch Männer in den sozialen Medien, zeigen sich und ihren Körper und Werben so für dieses Thema Body Positivity.
00:09:25: Wir beiden haben uns schon mal darüber unterhalten, dass es doch besser wäre, über Body Neutrality sich zu definieren, also eben das Thema eigentlich wegzulassen.
00:09:32: Aber die sind dann oft diejenigen, die dann auch mit Abnehmenspritzen arbeiten.
00:09:36: Ist das also alles Fake und blah, blah?
00:09:39: Also, Miss, an der Stelle einmal ganz wichtig zu sagen, dass Body Positivity ja eine Bewegung ist, die von schwarzen, dicken Frauen ins Leben gerufen wurde, aus dem Grund, dass sie gesagt haben, hey, wir werden in der Gesellschaft nicht gesehen.
00:09:53: Unser Körper entspricht nicht dem Ideal, weil wir schwarz sind und weil wir dick sind.
00:09:58: Und wir möchten einfach genauso mit Respekt behandelt werden wie vielleicht eine schlanke blonde weiße Frau.
00:10:04: Daraus ist Body Positivity entstanden.
00:10:06: Das wurde bei uns ein bisschen anders genutzt, würde ich sagen, in Europa, gerade in der Werbeindustrie.
00:10:13: Und dadurch denkt man jetzt, Body Positivity bedeutet, liebt euch alle so, wie ihr seid.
00:10:19: Das kann man vielleicht auch zu einem Teil sagen, aber in erster Linie geht es um den Respekt gegenüber.
00:10:26: allen Menschen, egal welche Körperform sie haben.
00:10:29: Deswegen würde ich heute nicht mehr unterschreiben, dass Body-Neutrality das richtige Wort ist.
00:10:34: Weil ein Körper ist nie neutral, der ist immer politisch, da hat immer eine politische Ebene.
00:10:39: Und deswegen glaube ich, dass wir eher Body-Positivity wieder richtig erklären und richtig nutzen müssen als wording und als Begriff.
00:10:49: Und ... Deine Frage war ja, ob das dann fake ist, wenn jetzt Leute, die jahrelang vielleicht gesagt haben, hey, ich als dicke Person akzeptiere mich so wie ich bin.
00:11:02: Und jetzt eine Spritze zum Beispiel nehmen und ... Da finde ich, dass es nicht fake ist, weil warum soll eine dicke Person nicht zum Beispiel die Abnehmenspritze nehmen dürfen?
00:11:13: Weil im Grunde ist es ja das, was die ganze Gesellschaft, die so fettfreundlich ist, immer will.
00:11:17: Die sagen ja, die ganze Zeit dicke Menschen müssen abnehmen, weil sie so ungesund leben und bis zu einem gewissen Grad macht sich dann die Gesellschaft immer auf eine gewisse Weise einfach Sorgen um fremde dicke Menschen.
00:11:30: Aber wenn sie dann was dafür tun, dann ist es auch nicht richtig.
00:11:33: Und ich glaub ... Das geht viel tiefer das Thema, als dass wir nur jetzt die Abnehmensspritze besprechen, sondern wirklich überlegen, wie gehen wir mit Menschen um, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen.
00:11:44: Extremes Übergewicht ist natürlich jetzt nicht gerade gesund.
00:11:48: Und die Gefahr besteht, wenn man Übergewicht normalisiert, dieses Körperbild normalisiert, dass man dann Menschen in dem ungesunden Zustand bestärkt.
00:11:57: Man würde sich ja womöglich eher motivieren wollen, Sport zu treiben, sich gesund zu ernähren.
00:12:02: Was sagst du dazu?
00:12:04: Also erst mal würde ich sagen... dass es vermessen ist, jeden dicken Menschen zu unterstellen, dass er krank ist.
00:12:11: Dass Übergewicht dazu führen kann, dass man bestimmte Krankheiten dadurch schneller bekommen kann.
00:12:19: Aber nicht jeder dicke Mensch ist krank.
00:12:21: Das finde ich wichtig.
00:12:23: Dann sollten wir darüber sprechen, wie dicke Menschen im Gesundheitswesen behandelt werden.
00:12:28: Dass alles sofort aufs Dick sein geschoben wird.
00:12:31: Und man überhaupt nicht mehr ganzheitlich oft ... von vielen Patienten, die mehr Gewicht oder Übergewicht haben, hört, dass die gar nicht ganzheitlich ernst genommen werden, sondern gleich gesagt wird, okay, dann nimm doch mal ein bisschen ab.
00:12:45: Und das ist ein Thema, worüber wir reden müssen.
00:12:48: Natürlich kann Übergewicht dazu führen, dass man krank wird, aber das kann auch rauchen und das kann auch Alkohol sein, das dazu führt.
00:12:57: Und ich frag mich halt immer, warum nehmen wir uns das Recht heraus bei ... dicken Menschen den Finger drauf zu zeigen und zu sagen, guck mal, die haben sich nicht unter Kontrolle, die lassen sich gehen, das sind Loser.
00:13:10: Und wenn wir Leute jeden Abend mit einem Wein irgendwo sehen oder ständig rauchen, da würden wir uns nicht anmaßen, unter einem Video auf Social Media zu schreiben, ey, mach mal ein bisschen was, weil du bist krank, weißt du, was ich meine.
00:13:23: Und ich finde, das ist das Thema ... wo wir genauer hinschauen müssen, weil diese internalisierte Fettfeindlichkeit gerade auf einem Höhepunkt ist.
00:13:32: Ich wünsche mir für Menschen, die dick sind und nicht in Schönheit sie da reinpassen, dass denen mit Respekt gegenüber getreten wird und dass man die nicht anders behandelt.
00:13:44: Das ist das Wichtige, weil das wiederum auch krank machen kann.
00:13:48: Das ist oft viel schlimmer, dass man das Gefühl hat, man darf in dieser Gesellschaft nicht ... Teil davon sein, weil man nicht so aussieht, wie es die Menschen von einem erwarten.
00:13:57: Du hattest, bevor du erkrankt warst mit deinem Herzen fast schon so eine Art Fitness und Sportwahn.
00:14:03: Du hast es vielleicht ein bisschen übertrieben und dir war sehr wichtig, auf die Äußerlichkeit und die Likes zu schauen.
00:14:09: Dann warst du krank, du hast die Krankheit überstanden und dann hast du ja eigentlich mehr so wieder einen normalen, gesünderen Zugang, also mental zumindest zum Thema gefunden.
00:14:17: Nicht mehr so extrem.
00:14:19: Wie bist du in die Depression gerutscht?
00:14:21: Du hast gesagt, du hast viel gearbeitet.
00:14:23: Meine Körperlichkeit hatte nichts mit dem Burnout und der Depression zu tun, sondern eher eine innere Haltung von jedem gemocht werden zu wollen, nie Nein sagen zu können.
00:14:34: Ich bin ein Peoplepleaser.
00:14:36: Ich wollte immer alles schaffen und drei Jobs gleichzeitig hinkriegen und gleichzeitig noch für meine Freundin da sein und für meine Oma.
00:14:44: Da hab ich halt einfach nicht mehr stattgefunden.
00:14:45: Und ich glaube, diese Erwartungshaltung, die ich mir selber aufgebaut habe, die Leute von mir hatten, die hab ich irgendwann nicht mehr hingekriegt.
00:14:54: Weil Leute irgendwann auch kein Nein von mir akzeptiert haben.
00:14:57: Und dann eher noch mal gesagt, oh, Mensch, du kannst dich doch noch mal gucken, ob in deinem Kalender Platz ist.
00:15:02: Weil einfach viele wussten, dass ich nicht Nein sagen kann.
00:15:05: Das ist heute anders.
00:15:06: Aber das war auf jeden Fall ... Ein großer Grund dafür, dass ich irgendwann nicht mehr konnte.
00:15:12: Ich war einfach fettig, nach Jahren das so durchzuziehen.
00:15:16: Und es war auch wichtig, damit ich heute besser Grenzen ziehen kann.
00:15:20: Heute kannst du Menschen sagen, ich hab dich trotzdem lieb und du hast mich bitte auch trotzdem lieb, oder?
00:15:24: Ich kann auf jeden Fall nein sagen.
00:15:25: Bei meinen Freundinnen ist es mir immer noch wichtig, dass sie mich dann trotzdem weiter lieb haben.
00:15:29: Ich hab da so ein bisschen Verlustängste.
00:15:32: Aber im beruflichen Kontext ist es besser geworden, dass ich mir da denke, wer das nicht versteht und wer das nicht akzeptiert.
00:15:39: Mit der Person möchte ich dann vielleicht doch gar nicht zusammenarbeiten.
00:15:42: Und du bist sehr selbstkritisch wahrscheinlich auch, weil du ja eben auch drauf achtest, wie komm ich an, mögen mich Menschen.
00:15:47: Das war zumindest lange Zeit so.
00:15:48: Wie gehst du mit deinem inneren Kritiker um?
00:15:52: Also, meine innere Kritikerin ist auf jeden Fall immer noch da.
00:15:57: Und ich glaube, da kriege ich auch nicht ganz ausschalten.
00:16:00: Aber ich kann mich manchmal mit der auf eine Apfelschorle treffen.
00:16:04: Und mit der zusammensitzen und dann mal irgendwie sagen, pass mal auf.
00:16:08: Jetzt kommst du immer ein bisschen runter.
00:16:10: Und jetzt haben wir uns hier mal lieb und entspannen uns ein bisschen.
00:16:13: Dass die dann aber nicht immer auf mich hört, ist auch klar.
00:16:15: Und ich glaube, das ist normal.
00:16:17: Aber ich ... weiß einfach ein bisschen mehr einzuschätzen, dass ich manchmal ein bisschen hart zu mir bin und das einfach auch vielleicht mal ein bisschen spannter sehen muss.
00:16:26: Also
00:16:26: ja, als du in der Fitnessphase warst, hast du Fotos von dir gepostet und jetzt bist du in der normalen Phase und postest ja immer noch auch Videos von dir, wo man sehr viel Haut sieht und sehr viel Körper sieht.
00:16:38: Ist es schwer für dich?
00:16:40: Warum machst du das?
00:16:42: Ich würde das wahrscheinlich gar nicht so machen, weder das eine noch das andere, weil irgendwelche Menschen da ja zuschauen und einen bewerten oder nicht bewerten, aber irgendwie ist ja auch privat so ein Körper.
00:16:50: Also für mich, ich hatte noch nie Probleme damit, wenn wir jetzt mal nicht ins Internet schauen.
00:16:55: Ich war am FKK-Strand, ich bin nackt in der Sauna, ich bin im Schwimmbad.
00:17:02: Man hat so oft in meinem Leben mein Körper irgendwo gesehen.
00:17:05: Da ist er auch nicht privat, ehrlicherweise.
00:17:08: Ich weiß, ihr habt mir da nie Gedanken drüber gemacht.
00:17:10: Ich find das voll okay, dass Leute mich im Bikini sehen.
00:17:13: Ich find das auch voll okay, wenn ich meine Zellulite zeige.
00:17:17: Und ich glaube, wir sind jetzt so langsam irgendwie in so einem Jahrzehnt auch angekommen, wo Social Media, wo das irgendwo auch relativ normal ist auf Social Media.
00:17:26: Und ich immer das Gefühl habe, eine Frau wird das öfter gefragt als ein Mann.
00:17:32: Also ich hör voll selten in einem Interview bei einem ... Fitnessmodel, männlich oder auch überhaupt ein Fitnessinfluencer.
00:17:41: Warum zeigst du dich oberkörperfrei im Gym?
00:17:45: Also das machen wir einfach nicht.
00:17:46: Und auch da würde ich voll wieder lieber gerne den Fokus dahinsetzen.
00:17:50: Warum werde ich das gefragt?
00:17:51: Jetzt nicht nur von dir.
00:17:52: Das ist generell auch eine Frage, die ich oft gestellt bekomme.
00:17:55: Und warum werden meine männlichen Kollegen das nicht gefragt?
00:17:57: Und was war denn leichter?
00:17:58: Die total durchtrainierten Bilder oder die normalen Bilder?
00:18:02: Einer normalen ... Femininen Frau.
00:18:06: Beides hatte seine Zeit so.
00:18:09: Meine Fitnessbilder waren natürlich noch emotional mehr aufgeladen, weil dahinter auch immer eine Erwartungshaltung an mir selber stand.
00:18:18: Ich wollte, dass die Leute mich mögen und dass ich damit Aufmerksamkeit bekomme.
00:18:22: Heute ist der gelogen.
00:18:24: Ich freu mich immer noch über Aufmerksamkeit natürlich und spiele auch immer noch mit dem Algorithmus.
00:18:30: Aber ... Ich bin halt so wie ich bin.
00:18:32: Und wenn die Leute das dann nicht schön finden, dann ... Ist das so?
00:18:36: Du bist ja eine schöne Frau.
00:18:38: Und Zellulite haben übrigens, ich bin ja Ärztin, alle Frauen.
00:18:41: Das ist unsere Estrogene machen, unser Bindegewebe so.
00:18:44: Das Strickmuster ist so, dass die Haut wellig ist.
00:18:47: Das zieht dann, kommt von innen an die Haut und zieht die Haut runter und dann ploppt das Fett wieder hoch und dann zieht es wieder runter und ploppt wieder hoch, damit wir auch im Falle einer Schwangerschaft schnell mit unseren fetten Energie zur Verfügung stellen können.
00:18:58: Also das ist ja ganz normal, jede Frau hat das Vollbildfrau und manche haben es mehr und manche weniger, aber alle haben das.
00:19:04: Und letztendlich ist es ja auch schön, wahrscheinlich nicht mehr gefägte Bilder zu sehen, sondern einfach eine schöne, normale Frau.
00:19:09: Das finde ich das Motivierende, dass das nicht so Plastikbilder sind.
00:19:13: Ja, jein.
00:19:15: Also ich gehe zum einen mit dir mit, zum anderen würde ich sagen, auch eine Frau, die etwas an sich machen lässt und auch eine Frau, die super durchtrainiert ist und auch eine Frau, die vielleicht am Ende ein Filter nutzt, ist ... eine Frau, die sich schön fühlen darf und es auch ist.
00:19:32: Und ich glaube, auch da ist es eher so, dass wir aufhören müssen, uns gegenseitig zu vergleichen und zu gucken, was ist schöner oder was ist besser.
00:19:41: Weil am Ende, du hast es ja gerade gesagt, wir alle haben Zellulite, aber am Ende zielt ja dieses System, die Diätindustrie, die Schönheitsindustrie, die mir jeden Tag sagt, kauf dir diese Zellulitecreme und dann siehst du richtig geil aus morgen am Strand.
00:19:55: Das trifft uns ja alle.
00:19:56: Und die einen schaffen's vielleicht ein bisschen besser zu sagen, ich bin doch nicht doof, ich geb doch dafür nicht Geld.
00:20:00: Das bringt
00:20:02: nichts, ganz ehrlich.
00:20:03: Aber es gibt dann auch Frauen, die in diesem System vielleicht weniger Selbstwert haben und es einfach noch nicht geschafft haben und natürlich hoffen, dass sie mit dieser Creme ihre Zellulite wegkriegen.
00:20:14: Und ich glaube, wir müssen uns untereinander in diesem System mehr stärken und einfach mehr ... dass es einfach immer fucking scheiße ist, im Patriarchat in diesem System, als Frau so zu sein, wie man einfach möchte, weil es immer etwas auszusetzen gibt, immer.
00:20:35: Das
00:20:36: ist interessant.
00:20:37: Und jetzt hören wir mal, was unsere Expertin zum Thema Selbstakzeptanz zu sagen hat.
00:20:42: In der heutigen Gesellschaft neigen wir dazu, uns zu vergleichen und streben nach Perfektion.
00:20:48: Was Perfektion nicht erreicht werden kann, führt zu Selbstzweifeln und einem geringen Selbstwettgefühl.
00:20:53: Was man hier machen kann, ist zum Beispiel, sich im Selbstmitgefühl zu üben.
00:20:57: Darüber, dass man drei Sätze nutzt.
00:21:00: Zum Beispiel, dass es gerade schwer.
00:21:02: Auch andere erleben das.
00:21:04: Und was brauche ich gerade als freundliche Unterstützung?
00:21:08: Außerdem ist es hilfreich, sich jeden Tag Miniaufgaben vorzunehmen, zum Beispiel eine Minute bewusst zu atmen oder zwei Minuten aufzuräumen.
00:21:17: Das steigert nämlich die wahrgenommene Kompetenz und stabilisiert das Selbstwertgefühl.
00:21:22: Und als Letzte sind die Vendantpläne hilfreich.
00:21:25: Also der Plan, wenn ich mich das nächste Mal dabei beobachte, beim Scrolling mich zu vergleichen, dann lege ich mein Handy weg.
00:21:34: Selbstwert entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch kleine Schritte.
00:21:38: Okay, sehr spannend.
00:21:40: Hast du denn das Gefühl, das ist so ein Männerfrauenthema?
00:21:43: Ich hab manchmal eher das Gefühl, Frauen stressen Frauen mit Körperlichkeiten und Bewertungen.
00:21:48: Also auch da gilt beides.
00:21:50: Also ich sag mal so, meine Erfahrungen, aber auch Studien zeigen ja, dass Männer, Frauen eher objektifizieren, sexualisieren, das Ganze wirklich runterbrechen auf den Körper.
00:22:02: Und zwischen Frauen eher ein Patriarchat entstandener Konkurrenzkampf auch irgendwo da ist, weil man natürlich Aufmerksamkeit möchte, weil wir einfach gelernt haben, wer schön ist.
00:22:16: wird in diesem System hergerangt.
00:22:18: Eine schöne Sekretärin wird eher als eine ältere Sekretärin wahrscheinlich eingestellt.
00:22:23: Und einer schönen Frau wird in der Fußgängerzone, wenn sie etwas zu sagen hat, anders zugehört als der schwarzen, älteren Frau in der Fußgängerzone.
00:22:33: Und ich glaube, das ist ein Satz noch dazu.
00:22:35: Ich glaube, das ist einfach sehr, sehr wichtig, dass wir das im Hinterkopf haben.
00:22:39: dass es auch Frauen sind, die andere Frauen schämen und wir das aber lassen müssen, weil wir am Ende alle im selben Boot sitzen.
00:22:46: Und vielleicht können wir an der Stelle auch sagen, weder ein bisschen Celulite, noch ein bisschen Fett, noch alter, sind hässlich.
00:22:52: Das ist ja auch alles durchaus schön.
00:22:54: Und die Menschen sind schön.
00:22:56: Generell sollte einfach schön sein, etwas Subjektives sein dürfen, bei dem man nicht das Gefühl hat, dass Schönheit das ist, was zum Beispiel eine Familie Kardashian vorgibt oder eine bestimmte Brand, die Milliarden da rein setzt, um uns zu sagen, welche nicht schön Stellen wir an uns haben, um sie dann wegmachen zu lassen.
00:23:18: Kann es aber auch manchmal einen eher stressen, wenn man so ein positives Denken hat?
00:23:22: Wo ich würd gar nicht sagen, dass ich so positiv bin, weil ich krieg oft die Frage gestellt, ja, wie können wir Frauen jetzt mal so ganz entspannt durchs Leben gehen?
00:23:31: Und ich glaube ehrlicherweise, dass das nicht geht.
00:23:34: Ich glaube, dass in diesem System, in dem wir auch weiterhin leben werden, wir Frauen nie zu hundertprozent entspannt sein können.
00:23:40: Aber wir können so ein bisschen daran arbeiten, dass wir die Spielregeln für uns ändern und uns untereinander stärken.
00:23:45: Und da probier ich, positiv zu bleiben, weil ich einfach ... Ja, ich ... Ich bin einfach voll gern mit anderen Frauen zusammen.
00:23:52: Und ich hab einfach gemerkt, je weniger man da in Konkurrenz denkt und je mehr man auch einfach offen ist für Frauen neben ein und vor einem, dass es einfach voll schön ist.
00:24:06: Und darum möchte ich da auch eigentlich ehrlicherweise positiv bleiben.
00:24:10: Was ist für dich dein Trick an Tagen, wo du mal eher nicht so ein gutes Selbstbewusstsein hast?
00:24:14: Gibt's da so was, was du vielleicht auch mitgeben kannst?
00:24:17: Nee, gar nicht ein Trick.
00:24:19: Mein Ratschlag wäre, sich dann auch nicht unter Druck zu setzen, sondern sich das auch zu erlauben.
00:24:24: Weil es voll in Ordnung ist, auch mal Scheiß Tage zu haben.
00:24:26: Und es ist voll in Ordnung, das Spiegel zu gucken und sich nicht wohl zu fühlen.
00:24:30: Das gehört voll dazu.
00:24:32: Und vielleicht zu probieren, sich dann nicht unter Druck zu setzen.
00:24:36: Und vielleicht auch vor allem an dem Tag, an dem man sich richtig Scheiße fühlt, bisschen weniger Social Media, damit man da nicht noch zusätzlich in die Spirale kommt und sich denkt, alle haben viel geileres Leben.
00:24:47: als ich, alle haben eine viel geilere Figur als ich, da sich vielleicht ein bisschen selber schützen und vielleicht in so ein gutes Buch einfach sich zurückziehen, wenn man Zeit hat und in eine Geschichte eintauchen.
00:24:56: Welchen Einfluss hat also Social Media auf das Thema Körper, sich selbst annehmen, akzeptieren?
00:25:02: Ja.
00:25:03: extrem, extrem großen Einfluss.
00:25:06: Und da wir in einer Welt leben, in der man sich auch Social Media nicht mehr zurück oder wegwünschen kann, und das nur mal die Realität von uns ein ist, und der Alltag, wird es noch mehr zunehmen.
00:25:16: Und man muss für sich einfach, glaube ich, ehrlicherweise ehrlich mit sich sein und überlegen, wie kann ich mich davor schützen?
00:25:22: Ja, und wie?
00:25:24: Ja, zu gucken, wie man ... Das haben auch schon viele hier in dem Podcast immer mal gesagt, also zu schauen.
00:25:30: wie man Social Media nutzt, wie man folgt, wie man auch Diversität in den eigenen Fietereien bekommt, indem man unterschiedlichsten Menschen folgt und den zuhört, indem man vielleicht auch Leute auf Stumms stellt oder ihn nicht mehr folgt, die einen unter Druck setzen.
00:25:44: Weil man immer das Gefühl hat, man, die ständig im Urlaub, und das macht mit Druck, weil ich das Gefühl habe, ich würde das auch gerne.
00:25:51: Das geht dann ja gar nicht gegen die Person, sondern einfach ... gegen diese Message, die mir damit gegeben wird.
00:25:57: Und da darf man einfach auch ein bisschen härter sein und dann sagen, will ich nicht mehr.
00:26:02: Wir haben jetzt schon ganz viele Fragen aus deinem Leben behandelt.
00:26:07: Vielleicht kannst du jetzt zum Abschluss noch mal so die wichtigsten Punkte für alle Zuschauerinnen und Zuschauer zusammenfassen, so ein bisschen als erste Hilfe
00:26:16: zu diesem Thema.
00:26:18: Okay, Umgang zum eigenen Körper.
00:26:23: Würde ich auf jeden Fall mitgeben wollen, probiert euch nicht so zu stressen.
00:26:27: Es geht gar nicht, dass ihr euch in diesem System die ganze Zeit schön und wohl fühlt, weil die jeden Tag auf uns Werbung einprasselt, Erwartungshaltungen und Kommentare einprasseln.
00:26:39: Und das ist auch voll okay, sich miteinander darüber auszutauschen.
00:26:42: Also, mir tut es sehr gut, mich.
00:26:46: mit meinen Mädels oder anderen drüber zu unterhalten und zu wissen, den geht's auch so.
00:26:50: Und die haben auch diese Tage.
00:26:52: Dann vielleicht Thema Diätindustrie.
00:26:56: Immer daran denken und sich überlegen.
00:27:00: Warum sagen die mir gerade, dass ich eine Diät machen soll?
00:27:02: Warum sagen die mir gerade, dass ich meine Zellulite wegmachen soll?
00:27:07: Oder dass mein Bauchflach sein soll?
00:27:09: Wer profitiert davon eigentlich?
00:27:11: Und warum gibt es so viele Diäten?
00:27:14: Weil wenn die alle klappen würden, dann bräuchten wir nicht noch mehr.
00:27:17: Und das vielleicht so ein bisschen einfach im Hinterkopf zu haben, sich damit auseinanderzusetzen, die Mechanismen zu verstehen.
00:27:24: Und mit einem positiven Denken, boah, das finde ich immer schwierig, weil ... Ich kann nicht immer positiv denken und auch nicht in einer Welt, in der so viel aufeinander einprasselt.
00:27:34: Also auch da ist es voll okay, auch mal nicht positiv zu denken.
00:27:38: Aber hilft es denn sich mit?
00:27:40: wirklichen Leidenschaften, anderen Interessen zu beschäftigen, um so ein bisschen wegzukommen von diesem Körperthema.
00:27:45: Mir hilft es, mit Leuten im Offline-Leben in Kontakt zu kommen.
00:27:49: Und das ist, glaube ich, etwas, was man überall kann und was wir ein bisschen verleeren durch Social Media.
00:27:53: Mir hilft es sehr, mit Menschen zu reden, mit Menschen etwas zu machen und da auch immer zu verstehen.
00:27:59: Mir ist scheißegal, wie die Person angezogen ist.
00:28:01: Und der ist wahrscheinlich auch scheißegal, wie viel ich gerade wiege, sondern wir haben jetzt gerade eine gute Zeit, wir reden über Bücher, wir gehen zusammen schwimmen, wir gehen zusammen im Park und spielen irgendein Spiel.
00:28:10: Also dieses Miteinander ist für mich zumindest ganz, ganz wichtig, um mein Selbstwert zu stärken und zu wissen, Leute mögen mich und ich sie, weil wir einfach matchen, was unser Charakter und unseren Humor vielleicht angeht und nicht, weil wir irgendwie ein bestimmtes Gewicht ... oder eine bestimmte Zahl auf der Waage haben.
00:28:30: Danke schön, das ist ein schöner Abschluss.
00:28:32: Ich glaub, das hilft uns allen.
00:28:34: Danke schön.
00:28:34: Danke
00:28:35: dir.
00:28:35: Ganz schön unperfekt.
00:28:36: Geht jetzt leider zu Ende.
00:28:38: Trotzdem freuen wir uns, wenn ihr uns treu bleibt.
00:28:40: Bei Ist das noch gesund, meinem Podcast bei der Techniker.
00:28:44: Den findet ihr wie gewohnt auf YouTube und allen gängigen Podcastplattformen.
00:28:49: Schaut gerne vorbei, wir freuen uns auf euch.
00:28:52: Und ich, Leute, möchte ... an dieser Stelle einfach noch mal Danke sagen, dass ihr bis hierhin mitgeschaut habt.
00:28:57: Es waren echt emotionale Gespräche dabei, tolle Impulse.
00:29:02: Ich hab ganz viel damit rausnehmen können.
00:29:04: Ich bin ein bisschen traurig, dass es jetzt vorbei ist, aber auch ganz stolz darauf, dass es jetzt auch diesen Podcast weiterhin geben wird.
00:29:10: Und vielleicht kennt ihr Menschen, denen ihr den noch mal mit auf den Weg geben möchtet und empfehlen wollt, wenn es vielleicht mal ... Und an der Stelle auch noch mal ein riesiges Dankeschön an die Techniker, dass ihr überhaupt dieses Projekt möglich gemacht habt, weil ich glaube, genau die Themen sind gerade ganz, ganz wichtig für viele Menschen da draußen.
00:29:30: Macht's gut, eure
00:29:32: Lou.
00:29:32: Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann schau dir doch auch gerne noch die anderen Folgen an.
00:29:37: Und zwar findest du sie auf YouTube und auf Spotify in der ganz schön unperfekt Playlist
00:29:44: von
00:29:44: die Techniker.
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